8. Bundesfleischrinderschau – Die Krönung von 25 Jahre Fleischrinderzucht in Österreich

Am 7. und 8. September 2013 traten die besten Fleischrinder Österreichs in Ried bei der 8. Bundesfleischrinderschau in den Ring. Dem Publikum und den Ausstellern wurde eine Menge geboten: An zwei Tagen wurden 50 Gruppensieger ermittelt, 20 Bundessieger gekürt, der Fleischrinder-Jungzüchterwettbewerb ausgetragen. Die 8. Bundesfleischrinderschau war ein würdiger Rahmen, das 25-jährige Jubiläum der österreichischen Fleischrinderzucht zu feiern.

Der Tag der Gruppenentscheide

Am Samstag präsentierte sich die Vielfalt der österreichischen Fleischrinderzucht. In zwei Ringen wurden rund 230 Tiere in 50 Gruppen gerichtet. Gernot Pohl, Zuchtleiter für Fleischrinder aus Sachsen-Anhalt, richtete die Rassen Aubrac, Fleckvieh-Fleisch, Murbodner, Pinzgauer, Pustertaler Sprinzen, Schottisches Hochlandrind, Tux-Zillertaler und Waldviertler Blondvieh. Gernot Pohl war bereits zum vierten Mal Preisrichter einer österreichischen Bundesfleischrinderschau. Seinen ersten Auftritt in einem österreichischen Schauring hatte er bereits bei der 1. Bundesfleischrinderschau 1996 in St. Peter am Kammersberg und dementsprechend gut kennt er die österreichische Fleischrinderszene. Gernot Pohl lobte die Weiterentwicklung der österreichischen Fleischrinderrassen. Besonders die Generhaltungsrassen haben seiner Ansicht nach einen großen Sprung nach vorne gemacht.
Rainer Tornow, Zuchtinspektor für Fleischrinder aus Berlin-Brandenburg rangierte die Rassen Angus, Galloway, Blonde d Aquitaine, Charolais und Limousin. Auch er lobte die Qualität der österreichischen Fleischrinderzucht.
Die Ergebnisse der Gruppenentscheidungen finden Sie in der Tabelle im Download.

25 Jahre Fleischrinderzucht – ein Grund zu Feiern

Der Abend klang beim gemeinsamen Züchterabend, bei dem auch der Festakt zum 25-Jahr Jubiläum abgehalten wurde, aus. Viel Lob für die österreichische Fleischrinderzucht und einige Anekdoten gab es in den Grußworten vom Kärntner Tierzuchtdirektor DI Erwin Brunner, FIH-Obmann Johann Hosner, Messepräsident Kommerzialrat Franz Dim, dem Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Karl Grabmayr und dem ZAR-Obmann ÖR Anton Wagner. Der ZAR Obmann betonte auch bei dieser Gelegenheit, wie wichtig der Beitrag der Fleischrinderzucht und Mutterkuhhaltung an der österreichischen Landwirtschaft ist und wie wichtig die Unterstützung dieser Sparte ist.
Im Anschluss an die Begrüßung durch Fleischrinder Austria Obmann Johann Harsch bot Geschäftsführer DI Franz Pirker in einem kurzen Vortrag einen Überblick über die bereits ein Viertel-Jahrhundert alte Geschichte der Fleischrinderzucht. Im Anschluss daran wurden verdiente Persönlichkeiten, die die Fleischrinderzucht in ihrem Werdegang besonders unterstützt haben, geehrt.

Es waren dies:

  • Johann Danner, Oberösterreich Obmann der ARGE Fleischrinder von 1999 bis 2003, Obmannstellvertreter von 1995 bis 1999 und Gründungsmitglied der ARGE Fleischrinder und ehemaliger Obmann der oberösterreichischen Fleischrinderzüchter
  • Ing. Heinrich Ertl, Gründungsmitglied der ARGE Fleischrinder und Obmann der steirischen Fleischrinderzüchter von 1991 bis 1999
  • Dr. Birgit Fürst-Waltl, ARGE Geschäftsführerin von 1999 bis 2002, Verantwortliche des Forschungsprojektes Fleischrinderzucht
  • DI Ernst Großhagauer, ARGE Geschäftsführer von 1990 bis 1999, Gründungsmitglied der ARGE Fleischrinder
  • Dr. Josef Gruber, Geschäftsführer der oberösterreichischen Fleischrinderzüchter bis 2003, Wahlvorsitzender bei der Gründung der ARGE Fleischrinder
  • Dr. Norbert Kreisel, Gründungsobmann der ARGE Fleischrinder (bis 1999)
  • Matthias Schmölzer, Gründungsmitglied der ARGE, Obmannstellvertreter von 2009 bis 2013, langjähriger Obmann der Kärntner Fleischrinderzüchter
  • Ernst Vollnhofer, Obmann von 2003 bis 2009
  • Peter Vötter, Gründungsmitglied der ARGE, Obmann der Tiroler Fleischrinderzüchter von 1988-2006
  • DI Josef Wiesböck vom Landwirtschaftsministerium hat die Fleischrinderzucht von der ersten Stunde weg begleitet und sich über die Jahre hinweg dafür eingesetzt
  • Ing. Gerhard Zinner, Obmann-Stellvertreter von 1999 bis 2003 und von 2009 bis 2013 und langjähriger Obmann der niederösterreichischen Fleischrinderzüchter

Fleischrinder Austria bedankt sich an dieser Stelle bei allen ehrenamtlichen Funktionärinnen und Funktionären und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im Laufe der noch jungen Geschichte zum Erfolg der österreichischen Fleischrinderzucht beigetragen haben.

Musikalisch umrahmt wurde der Züchterabend von der Musikkapelle „die Rindviecha“, die unter der Leitung von Matthias Harsch eigens dafür zusammengestellt wurde und aus Fleischrinderzüchtern aus dem ganzen Bundesgebiet bestand. Ein herzlicher Dank an alle Musikanten, die die Züchterinnen und Züchter bis in die frühen Morgenstunden unterhalten haben.

Der Jugend gehört die Zukunft

Der Finaltag wurde von der oberösterreichischen Dudelsackgruppe „Hellmountain Pipeband“ eröffnet, die mit ihrem Zug vom Haupteingang her gleich zahlreiche Zuschauer in den Ring lockten. Ein idealer Einstieg für die nächste Generation an Fleischrinderzüchterinnen und Fleischrinderzüchtern. 24 Jungzüchter stellten sich dem Urteil der beiden Preisrichter. Neben ihren Vorführkünsten mussten sie auch Fragen rund um die Fleischrinderzucht beantworten.
Den Gesamtvorführsieg holte sich die 16-jährige Sissy Strubreiter aus Salzburg mit ihrer Sprinzenkalbin Aurelia, sie konnte damit ihren Erfolg von 2010 wiederholen. Der Reservesieg ging an die 26-jährige Tirolerin Kathrin Künig mit Tuxerkalbin Lady.

Das große Finale: Die Kür der Bundeschampions

Sieben Bundessieger standen bereits am Freitag fest, 17 wurden am Sonntag Nachmittag noch ermittelt.
Bei der Rasse Angus konnte Kärnten einen Doppelsieg feiern: Andreas Privasnig stellte mit der Kalbin Tina Taliska (einer Talisker- Tochter) und dem knapp dreijährigen Networth-Sohn Napoleon ET beide Bundessieger. Die Bundesreservesiegertitel gingen an Oberösterreich: Familie Paulik mit Kalbin Liane 2 (V: Willem) und Peter Stingeder mit Toby (V: Touch Down).
Abermals einen oberösterreichischen Sieg gab es bei der Rasse Aubrac: ABH Hector (Vater: Exquis) von Günter Reichinger setzte sich vor Hatrik von Ernst Vollnhofer, NÖ durch.

Blonde d‘ Aquitaine Bundessieger wurde der Oulou-Sohn OCEAN von Veronika und Hermann Teufel, NÖ. Der Bundesreservesieg ging in die Steiermark: URANUS (V: Ultra) von Reinhard Schütter. Ebenfalls an Niederösterreich gingen die beiden Titel bei den weiblichen Tieren: GS Adjudent- Tochter LINDA aus dem Betrieb von Heinrich Kornfell setzte sich vor Sammy-Tochter VIVIENNE von Familie Teufel durch.

Bei der Rasse Charolais konnten sich diesmal die oberösterreichischen Züchter durchsetzen. Mit Juri-Tochter KAETHE P und JABIRU PS – ebenfalls ein Juri-Nachkomme gingen beide Titel an Erich Wagner. Die Reservesiege holten sich die Kärntner Züchter: Eberhard Hermann war mit Kuh NINA (V: Sesame), die ein Florin-Stierkalb bei Fuß führte und Jungstier EGAL (V: Boss) erfolgreich.

Mit einer starken Kollektion war Fleckvieh-Fleisch vertreten. Der Bundessieg bei den weiblichen Tieren ging an Familie Hartl aus Salzburg mit Salomon-Tochter ELVIRA mit einem Steinadler Kuhkalb. Mit dem Reservetitel wurde GLYN P aus der Zucht von Erich Minichberger (OÖ)ausgezeichnet. Der Vater von GLYN, Ostervang West-Sohn MALIBU PP wurde Bundessieger, der Bundesreservesieg ging an Rosenherz-Sohn ROMEO P von Thomas Weishaupt, Kärnten.

Die Tiere der Rasse Galloway traten in zwei Gruppen an. Bundessiegerin wurde HEHER DANKA (V: BOA Morris) von Ing. Karl Josef Hametner vor GAPA XENIA von Christine Mayerhofer, beide OÖ, durch. Christine Mayerhofer stellte mit GAPA XENON auch den Bundessieger der Rasse. Bundesreservesieger wurde BOA LINDHOLT von der Wintereder-Zehetner Ges.N.B.R aus Niederösterreich.

Heinrich Ertl aus der Steiermark konnte seinen Bundessiegertitel bei Limousin weiblich mit Soccer-Tochter LILI erfolgreich verteidigen. Der Bundesreservesieg ging an Cyan-Tochter LINDA PP von Andrea, Karin, Stefan und Johannes Stadler, OÖ. Bei den Stieren setzten sich abermals die oberösterreichischen Tiere durch: MATEL PP, ein Mateo-Sohn von Elfriede und Franz Reisenberger wurde vor ERNST P (V: Ulrich) von Cornelia und Gerald Forster durch.

Bei der Rasse Murbodner gingen die Titel der weiblichen Tiere an Züchter der Rinderzucht Steiermark: Josef Lanner konnte mit Stern- Tochter SPEIKA mit einem Bari-Kuhkalb bei Fuß den Erfolg von 2010 wiederholen. Der Bundesreservesieg ging an Joschka-Tochter KIARA von Harant Martin. Christiana Rennhofer aus Niederösterreich stellte mit Ambros-Sohn AMOR und Stern-Sohn SIMON den Bundessieger und Bundesreservesieger der Rasse Murbodner.

Die Pinzgauer waren mit einer Kuhgruppe bei der diesjährigen Bundesschau vertreten. Der Bundessieg ging an den Kärntner Horst Schnitzer mit der Götz-Tochter SONNE. Sie führte ein Rocky-Kuhkalb bei Fuß. Der Bundesreservesieg ging nach Salzburg: Einmal mehr war Oswald Dick erfolgreich. Haller-Wotan Tochter WIEN mit ihrem Haller-Griff Kuhkalb holte den Reservetitel nach Hause.

Mit zwei Gruppen traten die Pustertaler Sprinzen an. Bei den weiblichen Tieren holte der Kärntner Stefan Kreuzer mit der Kalbin INA PSS, einer Ossi-Tochter den Bundessieg vor der Bumsti-Tochter BUTTER PSS von Greiderer Gertraud aus Tirol. Der Bundessieg bei den Stieren ging wie schon 2010 an den Steirer Walter Reiterer: Der Sohn des letzten Bundessiegers (Elvis), ERIK PSS konnte sich gegen BUMSTI von Thomas Strubreiter aus Salzburg durchsetzen.

Bei den schottischen Hochlandrindern konnten sich die Kärntner und Salzburger behaupten. Die Kuh YESSIKA von Christoph Leo aus Salzburg holte den Bundestitel vor AMANDA von Karl Ecker aus Oberösterreich. Bei den Stieren ging der Gesamttitel an SAP XERXES vom Kärntner Ferdinand Rappitsch, der Reservesieg an HCR CONCHITO von Anna und Gerhard Rockenschaub aus Oberösterreich.

Mit zwei Kalbinnengruppen trat Tiroler Grauvieh an. Nerlo-Tochter BERTA von Josef Pernlochner konnte sich im Finalentscheid gegenüber der DIONUS-Tochter BENDA durchsetzen. Alle Siegertitel gingen hier an Tiroler Betriebe.

In Tirol blieben die Titel bei der Rasse Tux-Zillertaler. Peter Gatt vor Karl Mair hieß es bei den weiblichen Tieren. Die Kalbin HILDA, eine Tizian-Tochter, setzte sich vor der Kuh ALPENRÖSSLI (V: Tailor) mit einem Simon-Stierkalb durch. Umgekehrt war dann die Reihenfolge bei den Stieren. Karl Mair stellt mit Berni-Sohn BENEDIKT den amtierenden Bundessieger, Peter Gatt mit Joggl-Sohn JOKER den Reservechampion.

Erstmals im Richtwettbewerb mit dabei war die Rasse Waldviertler Blondvieh. In der Stiergruppe setzte sich der Fuzi-Sohn FARINO vor dem GS Schartl-Sohn SAMBA durch. Beide Stiere stammen aus dem Betrieb Josef Ziegler, Niederösterreich.

Zwei ereignisreiche und erfolgreiche Tage liegen hinter den Ausstellern, den Organisatoren und den Preisrichtern. Vielen Dank an Gernot Pohl und Rainer Tornow für die gute Arbeit an den beiden Tagen und die sehr gut kommentierten Entscheidungen. Großer Dank gilt auch dem Team des FIHs um Geschäftsführer Dr. Miesenberger und Zuchtberater Max Fruhstorfer. Sie garantierten einen optimalen Ablauf vor Ort. Und zu guter Letzt nochmals ein herzliches Dankeschön an die Rieder Messe für die Einladung und die Unterstützung der 8. Bundesfleischrinderschau.