Fortbildungsveranstaltung „Erhaltungszucht im Wandel“

Mit dem aktuellen Bildungsprojekt der Rinderzucht Austria wird ein vielseitiges Weiterbildungsangebot geschaffen, das sowohl digitale Formate als auch Präsenzveranstaltungen umfasst. Unter dem Titel „Rinderzucht am Punkt“ bringen Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Rinderzucht aktuelles Fachwissen direkt in die Bundesländer. In der Veranstaltungsreihe werden unterschiedliche Themenfelder der Zucht beleuchtet und praxisnah diskutiert.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 7 Bundesländern waren bei der ersten Veranstaltung der Reihe "Rinderzucht am Punkt" dabei.

Den Auftakt bildete die Veranstaltung „Erhaltungszucht im Wandel“, an der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus sieben Bundesländern vertreten waren.  Veranstaltungsort war das Institut für biologische Landwirtschaft, eine Außenstelle der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, in Thalheim bei Wels. Diese Veranstaltung wurde in Absprache mit dem ÖBSZ geplant. Besonders im Bereich der Generhaltungszucht gibt es „übergreifende“ Themen, bei denen die Sparten auch vom Wissen der anderen profitieren können. Dies war auch das Motto dieser Veranstaltung.

Volker Krennmair gab einen Einblick in die Anpaarungsberechnung bei Schaf und Ziege, die von den Betrieben selbst durchgeführt werden kann.

Ein Schwerpunkt lag auf neuen genetischen Methoden in der Rinderzucht. Dr. Hermann Schwarzenbacher (ZuchtData) referierte zur SNP-Typisierung und zeigte die Möglichkeiten dieser Methode über die Abstammungssicherung hinaus auf. Anhand praktischer Erfahrungen aus der Rinderzucht wurden Erkenntnisse, Vorteile sowie Herausforderungen – insbesondere in der Umstellungsphase – dargestellt und diskutiert.

Einen Blick in die Generhaltungszucht bei kleinen Wiederkäuern bot Volker Krennmair vom Landesverband für Schafzucht und Schafhaltung Oberösterreichs. In seinem Vortrag zur Anpaarungsberechnung bei Schaf und Ziege erklärte er, wie Zuchtbetriebe selbstständig Anpaarungsvorschläge berechnen können und in welcher Form diese züchterischen Daten aufbereitet und ausgegeben werden.

 

Der Ablauf der Samengewinnung und Verarbeitung wurde anhand praktischer Beispiele

Ein weiterer Programmpunkt war die Vorstellung der ÖNGENE Österreichische Nationalvereinigung für Genreserven). Prof. Johann Sölkner (BOKU), Obmann der ÖNGENE, präsentierte aktuelle Forschungsthemen im Bereich der Generhaltungszucht. Ergänzend stellte Mag. Robert Potyka, seit 2025 Geschäftsführer der ÖNGENE, die Organisation und ihre aktuellen Schwerpunkte vor. Der Tierarzt leitet zudem die Abteilung der HBLFA Raumberg-Gumpenstein in Wels sowie die dortige Besamungsstation.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch diese Außenstelle der HBLFA Raumberg-Gumpenstein vorgestellt. Die Besamungsstation spielt eine zentrale Rolle in der Erhaltungszucht, da hier unter anderem Rinder und Ziegenböcke gefährdeter Rassen abgesamt werden. Der Tierarzt ging dabei auf Fragen der Fruchtbarkeit bei Stieren und Böcken ein und erläuterte die praktische Arbeit der Station. In einer Demonstration wurde der Ablauf der Samengewinnung – von der Entnahme über die Untersuchung bis hin zum versandfertigen Sperma – anschaulich dargestellt.

Die Auftaktveranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie Forschung, Praxis und Zuchtorganisationen zusammenwirken können, um die Erhaltungszucht zukunftsfit weiterzuentwickeln. Formularbeginn

Die Fortbildung "Rinderzucht am Punkt" ist eine Veranstaltung aus dem Bildungsprojekt "KUHnect", das unterstützt wird aus Mitteln von Bund, Ländern und Europäischer Union.

Text und Fotos: Anna Koiner