Diskutiert wurden insbesondere die Zuchtrindervermarktung, die Situation am Rindfleischmarkt sowie die Tierseuchenlage in Europa. Aus Österreich nahmen Franz Pirker, Rind Steiermark und Anna Koiner, Fleischrinder Austria, am Treffen teil.
Julien Mante, technischer Direktor für die Zuchtwertschätzung in Frankreich, präsentierte die Einführung eines neuen Zuchtwertes für Klauenqualität, der künftig in der französischen Limousinzucht verfügbar sein wird.
Ein weiterer Fachbeitrag von Alfred Jansen widmete sich den Themen Futtereffizienz und Methanemissionen. Er stellte unter anderem Ergebnisse des irischen Projekts GreenBreed vor, in dem Daten von über 1.500 Jungrindern aus 19 Rassen erhoben wurden. Auf Basis dieser Datengrundlage wurden Zuchtwerte für Methanemissionen geschätzt und veröffentlicht.
Neben dem fachlichen Austausch standen der Besuch der EXPO Swiss Limousin sowie mehrere Betriebsbesuche auf dem Programm. Zwischen der Mutterkuhhaltung in der Schweiz und Österreich bestehen zahlreiche Parallelen – sowohl hinsichtlich der Betriebsstrukturen als auch der Vermarktung. Auch in der Schweiz sind Jungrinderprogramme fest etabliert. Unter dem seit 1980 bestehenden Label „Natura Beef“ wird Fleisch aus der Mutterkuhhaltung vermarktet. Die Altersgrenze der Tiere liegt bei rund zehn Monaten. Für Muttertiere und Vatertiere gelten Abstammungsanforderungen; der eingesetzte Stier muss im Fleischrinderherdebuch anerkannt sein. Der aktuelle Netto‑Auszahlungspreis beträgt rund 14 CHF/kg Schlachtgewicht (ca. 14,40 €) für die Klasse H3.
Wie bei anderen Rassen zeigt sich auch hier: Die Teilnahme an internationalen Vereinigungen bietet wertvolle Möglichkeiten für fachlichen Austausch, Vernetzung und Wissenstransfer. Fleischrinder Austria hat daher beschlossen, diese Netzwerke in Zukunft im Sinne der heimischen Fleischrinderzuchtbetriebe stärker zu nutzen.


