In der Reproduktion dominiert in der Mutterkuhhaltung der Einsatz von Deckstieren auf den Betrieben, diese wurden vorgestellt und von den anwesenden Züchtern beschrieben. Besamungsstiere werden in kleinem Umfang eingesetzt, wobei hier der Anschluss an die internationale Anguspopulation gesucht wird.
In der Fleischvermarktung dominiert der Direktabsatz an Endkunden und die Gastronomie. Das letzte Jahr mit den hohen Preisen für Einstelltier war hier sehr fordernd, wobei aber größere Preiserhöhungen beim Fleischverkauf nicht umgesetzt werden konnten. Aktuell sind die erzielbaren Preise für die Fleisch- Ab Hofvermarktung aber wieder passend.
Die Beschickung von Schauen im Fleischrinderbereich ist erfreulicherweise durch einige Anguszüchter gegeben, so wird auch bei der nächsten Bundesfleischrinderschau das Ausstellungskontingent erfüllt werden.
Am Nachmittag stand dann die Besichtigung der Zuchtherde der Familie Hutter in Ebersdorf auf dem Programm. Der Betrieb war bis 2020 ein Stiermastbetrieb mit silomaisbetonter Grundfutterversorgung.
Bei einem Besuch der BOA Farm erfolgte nach einer Besichtigung der großen Angusherde der Entschluss in dieses Segment der Rinderhaltung einzusteigen. Im Mai 2020 wurden die ersten Anguskalbinnen und eine Zuchtkuh gemeinsam mit einem Deckstier aus Niederösterreich angekauft.
Diese Tiere hatten Großteiles dänische Genetik im Pedigree, was sich in einer sehr guten Rahmenentwicklung manifestierte. In der Folge wurde der Maisanbau zugunsten Dauergrünland stark reduziert, aktuell werden noch ca. 6 ha als Acker genutzt mit einer Fruchtfolge Getreide-Mais Ölkürbis mit jeweils ca 2 ha. Das nicht für die Beweidung benötigte Grünland wird 4 mal gemäht, wobei der erste und vierte Schnitt als Ballensilage konserviert wird und der 2. und 3. Schnitt getrocknet und als Ballen gelagert wird.
Die Angusherde umfasst mittlerweile 20 Mutterkühe und 40 männliche (Ochsen) und weibliche Jungtiere sowie einen Deckstier. Untergebracht sind die Tiere im ehemaligen Stiermaststall, der sich ohne große Adaptierungen verwenden ließ, sowie die abgesetzten Jungtiere in einem ursprünglichen überdachten Fahrsilo. Die Tiere werden im Winter mit Grassilage und Heu gefüttert und haben immer einen Auslauf. Ab April werden alle Rinder geweidet. Stierkälber werden kastriert und dann als ausgemästete Ochsen großteils in der Direktvermarktung unter dem Namen „Thermenland Angus“ abgesetzt, wobei eine Schlachthälfte an das 5* Hotel Steirerhof in Bad Waltersdorf, und die zweite Schlachthälfte an Endverbraucher großteils als Mischpakete vermarktet wird.
Zuchtkalbinnen wurden bereits an Züchterkollegen in der Steiermark und Züchterkollegen in den anderen Bundesländern verkauft.
Neben der Anguszuchtherde werden am Betrieb auch 1.800 Legehennen in Bodenhaltung gehalten und Kürbiskernöl aus der Ölkürbiskultur in der Direktvermarktung vermarktet. Damit ist es möglich den Betrieb im Vollerwerb zu führen.
Wir bedanken uns herzlich bei der Familie Hutter für die großzügige Gastfreundschaft und die interessanten Einblicke in ihren Betrieb.
Für die Zukunft wünschen wir Familie Hutter weiterhin viel Erfolg in der Anguszucht sowie alles Gute bei der Führung ihres Betriebes.
Verena Diethart und Franz Pirker, Rind Steiermark


